Vater-Sohn-Einsatz in der Ukraine 2019

„ …segnet, weil ihr wisst, dass ihr dazu berufen seid, Segen zu erben“ (1. Petr. 3, 9b)

Nach unserem gesegneten Vater-Sohn Einsatz in der Ukraine im Jahre 2016, suchten wir immer wieder nach Möglichkeiten, wie wir auf ähnliche Weise bedürftigen Menschen erneut zum Segen sein könnten. Darauf öffnete Gott eine weitere Tür zu der Mutter einer Schwester aus unserer Gemeinde.
Die verwitwete Frau wohnt in der Ukraine und besitzt nicht die notwendigen Mittel, das marode Dach ihres Hauses zu reparieren.
So wurde im Voraus über bekannte Glaubensgeschwister vor Ort das notwendige Holz organisiert und der Termin auf die Ferienwoche nach Ostern festgelegt. Das Zeitfenster war dieses Mal sehr viel enger. Wir wussten schon im Vorfeld, dass uns im besten Fall 3 volle Tage für dieses Projekt übrig blieben würden. Wetter und technische Schwierigkeiten waren weitere Unsicherheitsfaktoren, die zum Hindernis werden konnten.

“Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, eine Überzeugung von Tatsachen, die man nicht sieht.” (Hebr. 11, 1)

Im Bewusstsein der segnenden Hand Gottes, vertrauten wir ihm auch die Leitung dieser Unternehmung und die möglichen Schwierigkeiten an.

So starteten wir schließlich am Ostersonntag mit 13 Personen, nachdem wir von unseren Familien mit dem Gebet verabschiedet wurden. In den folgenden Tagen würden wir alle in einem großen Wohnmobil und einem Wohnwagen zusammenrücken müssen. Die Fahrt ging über Deutschland, Österreich, Slowenien, Ungarn bis nach Oleschnik in der Ukraine.

Am Montag gegen 23 Uhr kamen wir schließlich an unserem Zielort an. 3 Brüder, die einen Tag früher losgefahren sind, hatten schon vor Ort einige Vorbereitungen getroffen und erwarteten uns bereits. Trotz der späten Stunde, war es für die Nachbarschaft ein Spektakel. In der Dunkelheit musste das große Fahrzeug in einer engen Gasse, vorbei an Gasleitungen und Zäunen auf eine angrenzende Obstwiese rangiert werden.

Gestärkt mit einem ordentlichen Frühstück und erbaut mit Worten aus dem Jakobusbrief und dem gemeinsamen Gebet, begannen wir am nächsten Morgen voller Tatendrang mit dem Abriss des alten Daches. Die Spuren der undichten Stellen sah man dem etwa 80 Jahre alten Dach deutlich an.
Während eine Truppe Ziegel abdeckte und den alten Dachstuhl abriss, bereitete die andere im Hof schon die Elemente für das neue Dach zu. So stand am Abend das neue Dachgerüst und wir waren müde und dankbar, dass Gott uns gutes Gelingen gab.

Während wir bei der Abendandacht die Darstellung über den Glauben und Zweifel im ersten Kapitel des Jakobusbriefes betrachteten, durften wir das Vertrauen gleich in der Praxis üben. Denn es begann leicht zu regnen und das Dach des Hauses stand offen. Wir vertrauten die Lage unserem himmlischen Vater im Gebet an und er gab uns die notwendige Ruhe.

Am nächsten Morgen war die Scheibe unseres Wohnmobils nass. Aber mit Erleichterung konnten wir feststellen, dass es nur leicht getröpfelt hatte und das Haus keinerlei Schäden erlitten hatte – Gott sei die Ehre!
An diesem Tag wurde das Dach mit Folie abgedeckt und die Vorbereitungen für das Eindecken mit den alten Ziegeln gemacht.

Am folgenden Tag mussten wir fertig werden, da darauf der Karfreitag im orthodoxen Kalender folgte. Wir sahen aber relativ schnell, dass uns die Ziegel nicht reichen würden, da das neue Dach eine größere Fläche hatte und viele der alten Ziegel beim Abdecken kaputt gingen.

Aber die Hilfe Gottes kam wie immer pünktlich!

Er führte es, dass gleichzeitig in der Nähe ein Haus abgerissen wurde, auf dem genau die selben Ziegel drauf waren, wie wir sie benötigt hatten. So konnten wir am Donnerstag mit dankbarem Herzen die Arbeit zu Ende bringen.

In dieser Woche hatte uns Gott vor vielen Gefahren bewahrt. Wir hatten viele schöne Begegnungen und Gespräche mit Menschen, die wir zum ersten aber vielleicht auch zum letzten Mal gesehen hatten. Dieser Einsatz hatte uns schon während der ganzen Zeit einige Türen geöffnet, mit Menschen über Gott zu reden. Möge Gott auch weitere Gelegenheiten geben, dass wir über seine Taten reden und seinem Namen die Ehre geben können.