{"id":142,"date":"2011-12-30T21:25:36","date_gmt":"2011-12-30T20:25:36","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gemeinde-gottes-kirchberg.de\/?p=142"},"modified":"2021-12-29T20:53:47","modified_gmt":"2021-12-29T19:53:47","slug":"eine-rose-fur-die-liebe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gemeinde-gottes-kirchberg.de\/?p=142","title":{"rendered":"Eine Rose f\u00fcr die Liebe"},"content":{"rendered":"<p><strong>Dem Herzen schenken<\/strong><\/p>\n<p>W\u00e4hrend eines Aufenthaltes in Paris kam der Dichter Rainer Maria Rilke regelm\u00e4\u00dfig mit einer jungen Franz\u00f6sin um die Mittagszeit an einem Platz vorbei, an dem eine Bettlerin sa\u00df. Ohne je einen Geber anzusehen oder ein anderes Zeichen des Bittens oder Dankens zu \u00e4u\u00dfern, sa\u00df sie da und streckte nur ihre hand aus. Immer am gleichen Ort bettelte sie um Geld. Rilke gab nie etwas. Seine Begleiterin aber gab h\u00e4ufig ein Geldst\u00fcck. Eines Tages fragte die Franz\u00f6sin verwundert nach dem Grund, warum er nichts g\u00e4be. Rilke gab zur Antwort: \u201eWir m\u00fcssten ihrem Herzen schenken, nicht ihrer Hand.\u201c Wenige Tage sp\u00e4ter brachte Rilke eine eben aufgebl\u00fchte wei\u00dfe Rose mit, legte sie in die offene, abgezehrte Hand der Bettlerin und wollte weitergehen. Da geschah etwas Unerwartetes: Die Bettlerin blickte auf, sah den Geber, erhob sich m\u00fchsam von der Erde, tastete nach der Hand des ihr fremden Mannes, k\u00fcsste sie und ging mit der Rose davon.<br \/>\n<!--more-->Eine Woche lang war die Frau verschwunden. Ihr Platz blieb leer. Vergeblich suchte die Begleiterin Rilkes eine Antwort darauf, wer wohl jetzt der Alten ein Almosen gebe und wovon sie lebe. Nach acht Tagen sa\u00df die Bettlerin pl\u00f6tzlich wieder wie fr\u00fcher am gewohnten Platz. Stumm wie damals. Durch die ausgestreckte Hand zeigte sie ihre Bed\u00fcrftigkeit. Sonst nichts. \u201eAber wovon hat sie dann all die Tage, da sie nichts erhielt, nur gelebt?\u201c, fragte die Franz\u00f6sin. Rilke antwortete: \u201eVon der Rose\u201c.<\/p>\n<p><strong>Mit Liebe beschenkt<\/strong><\/p>\n<p>Jeder Mensch tr\u00e4gt eine tiefe Sehnsucht in sich. Es ist der unausl\u00f6schliche Wunsch, um seiner selbst willen geliebt zu werden \u2013 ohne Vorleistung, nicht wegen besonderer Vorz\u00fcge, vorbehaltlos, absichtslos, wertgesch\u00e4tzt \u2013 einfach nur geliebt. Wenn wir alles andere wegstecken k\u00f6nnen, den Verlust von Wertsch\u00e4tzung und Liebe verkraften wir am schlechtesten. Und es geh\u00f6rt zu unserem Bettlersein, dass kein Mensch diese Sehnsucht nach bedingungsloser Liebe f\u00fcr einen anderen umfassend erf\u00fcllen kann. Das kann nur Gott. Augustinus hat das einmal so formuliert: \u201eGott, du hast uns zu dir hin geschaffen und unser Herz ist unruhig, bis es Ruhe findet in dir.\u201c<\/p>\n<p><strong>Von Gott beschenkt<\/strong><\/p>\n<p>Wir sind angelegt auf diese alles umfassende Beziehung zu Gott. Bei ihm finden wir das, wonach unser Herz sich im Tiefsten sehnt. Unser Leben erf\u00fcllt sich nicht durch das Haben von Dingen, sondern immer im Erfahren einer gro\u00dfen Liebe. Damit wir Gottes gro\u00dfe Liebe verstehen und erfahren k\u00f6nnen, wurde Jesus Christus Mensch. Er schenkt uns Liebe, Vergebung und Frieden mit Gott. Seine Wertsch\u00e4tzung macht uns reich, und das Wissen, von ihm geliebt zu sein, gibt unserem Leben seine Einzigartigkeit und Bedeutung.<\/p>\n<p>Gott spricht: \u201eIch habe nie aufgeh\u00f6rt, dich zu lieben. Ich bin dir treu wie am ersten Tag.\u201c Jer. 31,3.<\/p>\n<p><strong>Worte, die wie Rosen duften:<\/strong><\/p>\n<p>Keine \u00dcberraschung ist wunderbarer als die, geliebt zu werden. Darin sp\u00fcren wir die Hand Gottes auf unserer Schulter. \u2013 Margaret Kennedy-<\/p>\n<p>Auch wenn unsere Gef\u00fchle kommen und gehen. Gottes Liebe tut es nicht. \u2013Clive Staples Lewis-<\/p>\n<p>Der Schl\u00fcssel zu den Herzen der Menschen wird niemals unsere Klugheit sein, sondern immer unsere Liebe. \u2013Hermann v. Bezzel-<\/p>\n<p>Die Liebe allein versteht das Geheimnis, andere zu beschenken und dabei selbst reich zu werden. \u2013Clemens von Brentano-<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dem Herzen schenken W\u00e4hrend eines Aufenthaltes in Paris kam der Dichter Rainer Maria Rilke regelm\u00e4\u00dfig mit einer jungen Franz\u00f6sin um die Mittagszeit an einem Platz vorbei, an dem eine Bettlerin sa\u00df. Ohne je einen Geber anzusehen oder ein anderes Zeichen des Bittens oder Dankens zu \u00e4u\u00dfern, sa\u00df sie da und streckte nur ihre hand aus. 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