Falsche Vorstellungen von GOTT (Teil 1)

question-mark-1495858_1280Wie stellen wir uns gewöhnlich ein Land vor, in dem man vorher noch nie gewesen ist?

Ob man möchte oder nicht, schweben einem, gepaart mit einigen Brocken Wissen die unterschiedlichsten Stereotypen, falsche Vorstellungen und Mythen vor. Und sogar wenn man dieses Land touristisch bereist, wird man die dortige Lebensart nicht vollständig verstehen. Man wird nur die äußere Hülle des Ganzen sehen, Dinge die direkt sichtbar sind oder solche, die man bereit war mir zu zeigen. Um wirklich zu verstehen, reicht eine flüchtige Begegnung nicht. Man muss ein Teil des Landesvolks werden – ihre Sprache lernen, die einheimischen Gerichte essen, die Landespresse und Bücher lesen, …

Menschen hatten schon immer die unterschiedlichsten Vorstellungen von Gott. Die einen stellen sich Ihn als den drohenden Richter vor, der jeden Augenblick für Verfehlungen straft, andere als einen liebenden, alles vergebenden und alles verstehenden alten Herrn oder gar als eine leidenschaftslose und gleichgültige höhere Kraft. Inwieweit sind diese Vorstellungen richtig – ohne eine Begegnung mit Ihm, ohne Gemeinschaft mit Ihm, ohne gegenseitiges Verständnis?

Was ist nun der Schlüssel zur richtigen Vorstellung und zum Verständnis von Gott?

Die bereits erwähnte Begegnung, Gemeinschaft, das persönliche Kennenlernen!

Begegnung

Das Erste und Grundlegende, das es zu verstehen gilt, ist dass wegen unserer Sündhaftigkeit  keiner von uns Menschen Gott begegnen kann. „Denn wir haben ja vorhin sowohl Juden als Griechen beschuldigt, dass sie alle unter der Sünde sind,  wie geschrieben steht: Es ist keiner gerecht, auch nicht einer;  es ist keiner verständig, keiner fragt nach Gott; alle sind abgewichen, sie taugen alle zusammen nichts; es ist keiner, der Gutes tut, auch nicht einer!“ (Röm 3,9-12)

Unsere Begegnung mit Gott ist nur durch das Opfer von Jesus Christus möglich geworden. „… dafür, dass er seine Seele dem Tode preisgegeben hat und sich unter die Übeltäter zählen ließ und die Sünden vieler getragen und für die Übeltäter gebetet hat!“ (Jes 53,12) Es gibt keine besonderen Anforderungen, um die Möglichkeit zu bekommen, Gott kennenzulernen und den Weg des persönlichen Kennenlernens einzuschlagen, als nur die Annahme des erwähnten Opfers.

„… wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit“ (1. Joh 1,9)

Jesus kam, um uns von unseren Sünden zu befreien, uns ein neues Leben und die Möglichkeit einer nahen Beziehung zu Gott zu schenken. Just in dem Augenblick, in dem uns Gott Vergebung schenkt, können wir unseren persönlichen Weg des Kennenlernens von Gott einschlagen.

Anhaltende Gemeinschaft

Von nun an besitzen wir das große Privileg – die Gemeinschaft mit Gott. Er redet zu uns durch Gebet, durch sein Wort (Bibel), durch Gemeinschaft mit Anderen, … Schritt für Schritt entdecken wir die bisher verborgene Persönlichkeit Gottes.

Nach einer ersten Begegnung mit Ihm, ist es aber nicht möglich zu sagen „Nun kenne ich Gott ganz“. Das Suchen, Finden und Erhalten der dauerhaften Nähe Gottes, sollte das Ziel und der Sinn unseres christlichen Lebens werden. Der persönliche Kontakt führt zu geistlichem Wachstum und Reife. Im täglichen Leben mit Gott, lernen wir Ihn immer besser kennen und entledigen uns immer mehr der falschen Vorstellungen seines Charakters.

Erkennen

Warum ist es so wichtig Gott zu kennen? Erinnern wir uns an die Begebenheit von den beiden Schwestern Martha und Maria. „Als sie aber weiterreisten, kam er in ein Dorf; eine Frau aber namens Martha nahm ihn auf in ihr Haus. Und diese hatte eine Schwester, welche Maria hieß, die setzte sich zu Jesu Füßen und hörte seiner Rede zu. Martha aber machte sich viel zu schaffen mit der Bedienung. Und sie trat herzu und sprach: Herr, kümmerst du dich nicht darum, dass mich meine Schwester allein dienen lässt? Sage ihr doch, dass sie mir helfe! Der Herr aber antwortete und sprach zu ihr: Martha, Martha, du machst dir Sorge und Unruhe um vieles; eins aber ist not. Maria hat das gute Teil erwählt; das soll nicht von ihr genommen werden!“ (Luk 10,38-42)

Von uns erkannt zu werden, hat für Gott einen höheren Stellenwert, als sämtliche Anstrengungen oder Taten!

„Und lasst uns erkennen, ja, eifrig trachten nach dem Erkennen des HERRN! Sein Erscheinen ist so sicher wie das Aufgehen der Morgenröte, und er wird zu uns kommen wie ein Regenguss, wie ein Spätregen, der das Land benetzt!“ (Hos 6,3)

Wie entledigt man sich nun der falschen Vorstellungen von Gott?

Wir müssen täglich die Begegnung Gottes suchen, dabei aber verstehen, dass unsere Vorstellung von Ihm – die Tiefste und Beste, die wir für den Moment haben – immer noch unvollständig und bruchstückhaft ist. Und wie gut unsere Vorstellung von Gott auch sein wird – Er wird diese Vorstellung immer noch übertreffen und wird auch niemals vollständig darin Platz finden können. Unser Wissen über Gott ist um ein Vielfaches geringer, als das, was wir über ihn nicht wissen.

„Denn wir erkennen stückweise und wir weissagen stückweise;  wenn aber einmal das Vollkommene da ist, dann wird das Stückwerk abgetan… Wir sehen jetzt durch einen Spiegel wie im Rätsel, dann aber von Angesicht zu Angesicht; jetzt erkenne ich stückweise, dann aber werde ich erkennen, gleichwie ich erkannt bin.“ (1. Kor 13,9-10.12)