Von einem, den Gottes Gnade fand

Gnade ist in christlichen Kreisen ein gern verwendetes Wort. Oft hören wir in Gebeten eine manchmal floskelhafte Aufzählung von Gottes Güte, Gnade, Barmherzigkeit usw.

Ich möchte Dir erzählen, wie die Gnade Gottes mich persönlich gefunden hatte, denn alleine hätte ich es nie geschafft…

Aufgewachsen in einer gläubigen Familie, wurde mir quasi Gottes Wort mit der Muttermilch mitgegeben. Entsprechend bibeltreu waren auch Erziehung und Prägung meines Lebens bis ins Jugend- und Erwachsenenalter. Doch wollte ich als Jugendlicher auch mit meinen Klassenkameraden mithalten, über Musik, Filme und alles was angesagt war mitreden. Das waren zwei völlig gegensätzliche Welten, die in meinem jungen Leben aufeinandertrafen. Ich fand an jeder Seite etwas Reizvolles – merkte aber, wie es mich zu einem Doppelleben zwang.

Als ich älter wurde und mein Leben selbst bestimmen wollte und auch konnte, lernte ich Menschen und deren Lebensphilosophien kennen, die ganz ohne christliche Werte eine vielversprechende Alternative zu sein schienen. Ich erlaubte mir, zuerst ganz zögerlich, Gott zu hinterfragen und merkte, dass ich dafür nicht hart bestraft wurde. Im Gegenteil – ich spürte eine zunehmende Erleichterung, weil ich mich losgelöst fühlte, endlich Mal das zu tun, was ich mir so viele Jahre untersagt hatte.

So legte ich alle meine christlichen Aktivitäten nieder. Mit der Zeit schaute ich sogar verächtlich auf die Christen und fand ihr Leben einfach nur bemitleidenswert. Ich wurde zu einem überzeugten Leugner Gottes.

Es vergingen die Jahre. Ich war einer der Menschen, die Asaf in Psalm 73 als den Gottlosen darstellt – dem es gut ging, gesund, wohl genährt, frei von den Lasten gewöhnlicher Menschen, bereit zur zynischen Rede und mit einer Zunge, die nichts auf Erden verschonte.  Doch diese vermeintliche Freiheit schlug zunehmend in eine Bedeutungslosigkeit und innere Leere um. Mein Leben glich sehr stark den Menschen, die in Haggai 1;6 als solche beschreibt, die reich sähen aber wenig ernten, essen, aber nicht satt werden, trinken, aber keinen Rausch bekommen – zusammengefasst hatte ich alles, aber es zerrann mir zwischen den Fingern.

In diesem Zustand der Ernüchterung, begann ich wieder überzeugte Christen um mich herum  wahrzunehmen. Ich sah Menschen, die in ähnlichen Verhältnissen wie ich lebten, aber im Gegensatz zu mir einen tiefen inneren Frieden besaßen. Christ zu sein hatte sich bei mir als unglückliches und zwanghaftes Dasein in einer Randgesellschaft eingebrannt. Nun beobachtete ich, dass sie in einfachen Dingen, wie z.B. beim Singen oder Beten eine Erfüllung und Freude fanden. Meine Freuden dagegen verpufften schnell oder hatten üble Nebenwirkungen. Ich sah auch, wie Gott für sie Anlaufstelle und Orientierung für ihr Lebensziel sein konnte – mir fehlte das!

Im Inneren fing ich an die Christen zu beneiden

Nun mag man vermutlich denken, dass ich einfach wieder zu den alten Wurzeln zurückgekehrt wäre und alles wieder in Ordnung wurde – doch weit gefehlt. Denn sich zu einem Gott zu bekehren, an den man nicht glaubte, war nicht möglich – es wollte einfach nicht in meinen Verstand. Ein bibelorientiertes Leben zu führen, war für mich ein absolutes Unding und würde vor allem meine über die Jahre aufgebaute Lebensphilosophie völlig auf den Kopf stellen.

Innerlich völlig leer und verzweifelt, musste ich die Suppe auslöffeln, die ich mir selbst eingeschenkt hatte.

Doch dann durfte ich Gottes unerschöpfliche Gnade erfahren. Nach vielen kleinen Impulsen, Gesprächen und persönlichen Tiefpunkten, fasste ich den Entschluss, in meinem Unglauben, den Gott, den ich nicht begreifen konnte, aber reell im Leben anderer Menschen sehen konnte anzurufen. Nach ungefähr 10 Jahren habe ich zu ersten Mal wieder gebetet. Dieses Gebet war nicht lang. Es war einfach nur eine ehrliche und verzweifelte Aussprache Gott gegenüber.

Ich sagte IHM: „GOTT, wenn es Dich wirklich gibt, dann zeige Dich mir!“

Und im selben Augenblick geschah das Wunder – ich wusste auf ein Mal, Gott ist da, Ihn gibt es wirklich. Dieses Gefühl ist schwer zu beschreiben und sicher begegnet Gott einem jeden Menschen auf seine individuelle Art. Ich würde meine Erfahrung als eine Berührung Gottes beschreiben, in der ich plötzlich spürte, dass Gott reell existiert. Jeder Zweifel an der Existenz Gottes war auf einmal  verschwunden, ohne dass ich Ihn in diesem Moment begriffen hatte.

Wie ein kleiner Keim, kam in mir neues Leben hervor. Ich begann in der Bibel zu lesen und zu beten und wunderte mich über den inneren Drang, diese längst vergessenen Wahrheiten wieder aufgreifen zu wollen. Ich durfte Stück für Stück die Geheimnisse der Bibel verstehen und mein Glaube wuchs zunehmend.

Ich erkannte, wie groß der Berg meiner Sünden war. Ich begriff, dass Jesus am Kreuz für meine Schuld bereits bezahlt hatte. Ich konnte es glauben und bekannte meine Sünden! Danach wusste ich, dass ich ein Kind Gottes bin!

Ich ließ mich taufen, als sichtbares Bekenntnis zu meinem Herrn und Retter Jesus Christus.   

Ich danke Gott von Herzen, dass er mich so gnädig gefunden und aufgenommen hatte. Ich danke ihm für das neue Leben, das wirklich lebenswert ist!

Arnold Damm, Kirchberg